Colin Lang Research Fellow

Colin Lang
Oktober 2017 - Februar 2018
Cranachstraße 47, 1. OG, Raum 113
Tel.: +49 (0) 3643 – 58 40 25

Vita

Colin Lang ist Kunstkritiker und Kunsthistoriker, dessen Forschung sich auf die Geschichte elektronischer Musik und deren Verhältnis zur bildenden Kunst fokussiert. Momentan arbeitet er an einem Manuskript, dass die Entwicklung elektronischer Musik, wie sie innerhalb und ausserhalb traditioneller künstlerischer Kontexten (Galerien/ Müssen/ Theater) seit den 1960er hervorgegangen ist, aufspürt.

Assistant Professor, Virginia Commonwealth University, 2011-Present
Lecturer, Princeton University, 2010-2011
PhD, Yale University, 2010

Forschungsschwerpunkte

Contemporary art and theory; sonic practices in the arts; media history and theory

IKKM Forschungsprojekt

From the Studio to the Stage: The Indexical Predicament of Live Electronics

Seit Beginn ihres Bestehens wurde die Ausbreitung der elektronisch erzeugten Musik durch die schiere Größe und Komplexität der zur Verwirklichung der ersten Werke ersten eingesetzten Geräte behindert, und brachten einen ihrer frühesten Erfinder und Theoretiker Herbert Eimer dazu, mutzumaßen, dass jeder Versuch, dieses neue elektronische Musik mit Instrumenten zu verwirklichen "zum Scheitern verurteilt” wäre. Was Eimert nicht vorhersagen konnte, war die Erfindung von neuen Arten von Instrumenten - tragbare, spannungsgesteuerte Synthesizer, die - beginnend in den 1960er Jahren, speziell mit zwei primären Zielen entworfen wurden:  zum einen ein einziges Gerät zu konstruieren, das dem Bereich der Frequenzen und Töne angenähert werden könnte, der bisher nur in der Studioumgebung für ein kommerzielles Publikum verfügbar gewesen war und zum anderen die Live-Performance zu ermöglichen. Welche Art von Operationen folgten auf diese neuen Technologie und wie veränderte sich die Sprache der musikalischen Performance unter der neuen Rubrik der "Live-Electronics"? Darüber hinaus, Wie konnte man diese elektronische Musik "zeigen", auf greifbare Weise auf ihre Ursachen oder auf die Quellen ihrer Äußerungen hinweisen? Verkündet ein elektrisch erzeugter Klang ein neues Regime der Indexizität, das endlich die Deixis abschafft und an deren Stelle einen Kreislauf des Zeigens und Gestikulierens von Oberflächen vorstellt, der nur auf die die geheimnisvollen Klänge, die von Maschinen erzeugt werden hin- und zurückführt, und nicht  auf die "Fleisch und Blut”-Performer selbst? Einzelne historische Momente in der Geschichte der elektronischen Live-Musik, die in Rom mit dem amerikanischen Expat-Komponisten-Ensemble "Musica Elettronica Viva” ihren Anfang nimmt und dann nach West-Berlin und Düsseldorf zieht, werden mit diesen Fragen vor Augen untersucht werden.

Jüngste Publikationen

“Celluloid Drag, Sonic Disguise: Katharina Sieverding, Kraftwerk, & Glam.” The Art Bulletin (March 2017)

“From the Organism to the Organic: Beuys’ Plastik in Light of Goethe,” in Beuys, le dernier Romantique?, ed. A. Kramer-Mallordy & C. David

“A Subtle Art of Participation.” In Ralph Coburn: Random Sequence, exh. cat. (Chicago: Arts Club of Chicago, 2017).

“From Measurement to Memory: On the History and Future of Imi Knoebel’s Raum 19,” in Imi Knoebel. Kernstücke, ed. M. Hentschel (Kunstmuseen Krefeld, 2015), 137-143.