Jens Schröter Senior Fellow

Jens Schröter
Oktober 2017 - März 2018
Cranachstraße 47, 1. OG, Raum 128
Tel.: +49 (0) 3643 – 58 40 27

Vita

Jens Schröter, Dr. phil. habil., Inhaber des Lehrstuhls „Medienkulturwissenschaft“ an der Universität Bonn. Professor für Multimediale Systeme an der Universität Siegen 2008-2015. Leiter der Graduiertenschule "Locating Media" an der Universität Siegen 2008-2012. Seit 2012 Antragssteller und Mitglied des DFG-Graduiertenkollegs 1769 „Locating Media“, Universität Siegen. 2010-2014 Projektleiter (zusammen mit Prof. Dr. Lorenz Engell, Weimar): „Die Fernsehserie als Projektion und Reflexion des Wandels“. Sprecher des Projekts „Die Gesellschaft nach dem Geld“, VW Stiftung. Forschungsschwerpunkte, Digitale Medien, Photographie, Fernsehserien, Dreidimensionale Bilder, Intermedialität, Kritische Medientheo-rie. April/Mai 2014: „John von Neumann“-Fellowship an der Universität Szeged; September 2014: Gastprofes-sur an der Guangdong University of Foreign Studies, Guangzhou, VR China; WS 14 15 Senior-Fellowship am DFG-Forscherkolleg „Medienkulturen der Computersimulation“, Leuphana-Universität Lüneburg. SS 17 Senior-Fellowship am IFK, Wien. WS 17 18 Senior-Fellowship am IKKM, Weimar.

Weitere Informationen

Forschungsschwerpunkte

Theory and History of Digital Media, Theory and History of Photography, Intermediality, 3D-Images, Media Theory and the Critique of Value, Money as a Medium

IKKM Forschungsprojekt

Operative Ontology of the Individual

Im Exposé zum Jahresthema 17/18 „Zeigen und Verursachen“ wird zu Beginn betont, dass mit ‚Zeigen‘ und ‚Verursachen‘ „Relationierungsoperationen betrachtet [werden], die nicht beliebige und kollektive, sondern selektiv und individualisierend je isolierte Elemente aufeinander beziehen. Sie sind ontologische Operationen, insofern sie die Vereinzelung des Ele-ments überhaupt erst hervorbringen, indem sie das Element mit einem anderen Element in Beziehung setzen.“ Eines der zentralen ‚Elemente‘, die durch Operationen der Adressierung, sowie „Verknüpfung, Bündelung und Verkettung [von] indexikalischen Operationen“ erst hervorgebracht werden ist das Individuum. Es ist, wie sein Begriff schon sagt, paradigmatisch für Operationen der ‚individualisierenden Vereinzelung‘. Es kann nicht einfach als gegeben vorausgesetzt werden, wie dies etwa im hochproblematischen ‚methodologischen Individualismus‘ geschieht, der aus spezifischen historischen (und näherhin spezifischen Machtkonstellationen geschuldeten) Gründen heute Sozial- und Wirtschaftswissenschaften dominiert. Vielmehr sind das Individuum und sein Korrelat, die Person, hervorgebracht durch eine Serie von medialen Operationen. Ein Beispiel, das im angestrebten Projekt eine wichtige Rolle spielen wird: Das Vorzeigen eines Dokumentes, des Personalausweises, welches neben anderen Informationen auch ein standardisiertes Foto enthält, ist eine fundamentale Technik der Identifikation. Das Foto ist die indexikalische Verbindung zwischen dem Dokument, das unseren Namen, unseren Wohnort und andere wichtige Informationen über uns als abstrakte Adresse enthält, und unserem Körper, der dieser Adresse zugeordnet ist. Eine individuelle Person kann nicht als letztes Element zugrunde gelegt werden, wie es im methodologischen Individualismus (zumeist) geschieht – denn das Individuum ist ein Ensem-ble aus Körper, Adressen, indexikalischen Relationen zwischen diesen und schließlich Operationen und Praktiken, in denen diese Relationen fortlaufend geprüft, verändert oder stabilisiert werden. In dem anvisierten Projekt soll die Mediengeschichte moderner Operationen der Personalisierung untersucht werden. In diesem Zusammenhang sind auch Recherchen bei der Deutschen Bundesdruckerei geplant, die für die Herstellung von Personalausweisen und anderen Identifikationsdokumenten verantwortlich zeichnet. An der Frage nach den Operationen, die die individuelle Person konstituieren, können „basale Probleme der Handlungsmacht und Handlungsherrschaft überhaupt untersucht werden, also Fragen der Verursachung, der Kausa-lität und weitergehend der Intentionalität, wie sie in komplexen Operationsfeldern entstehen bzw. ihnen eben in und durch Operationen des Zeigens und Verursachens zugeschrieben werden.“

Jüngste Publikationen

Monographien
Verdrahtet. The Wire und der Kampf um die Medien, Berlin: Bertz + Fischer 2012.
3D. History, Theory and Aesthetics of the Technical-transplane Image, New York et al.: Bloomsbury 2014.
[zusammen mit Benjamin Beil, Lorenz Engell, Dominik Maeder, Herbert Schwaab, Daniela Wentz]: Die Fernsehserie als Agent des Wandels, Münster: LIT 2017.

Herausgeberschaften/Zeitschriften
Handbuch Medienwissenschaft, Stuttgart: Verlag J.B. Metzler, 2014.
[zusammen mit Till A. Heilmann]: Medienwissenschaft und Kapitalismuskritik (= Navigationen. Zeitschrift für Medien- und Kulturwissenschaften, Jg. 16, H. 2, 2016), 2016.

Vollständige Publikationsliste