Stefanie Diekmann Senior Fellow

Stefanie Diekmann
April – September 2018
Cranachstraße 47, 1. OG, Raum 120
Tel.: +49 (0) 3643 – 58 40 22

Vita

Stefanie Diekmann, geboren 1969, ist seit 2013 geschäftsführende Direktorin des Instituts für Medien, Theater und Populäre Kultur an der Universität Hildesheim. Von 1996-1999 erhielt sie ein Stipendium des Graduiertenkollegs „Repräsentation-Rhetorik-Wissen“ an der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder und erhielt ihren Doktortitel 1999 mit einer Dissertation zum Thema „Mythologien der Fotografie“. Bis 2006 war Stefanie Diekmann wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Kulturwissenschaften, Europa-Universität Viadrina. Sie war zudem Gastdozentin am University College Cork (Irland) und Gastprofessorin an der University of Texas at Austin (USA). 2008 erhielt sie die venia legendi für Medien- und Theaterwissenschaften; ihre Habilitation mit dem Titel „Backstage - Konstellationen von Theater und Kino“ wurde 2013 publiziert. Bevor sie 2012 Professorin für Medienkulturwissenschaft an der Universität Hildesheim wurde, war Diekmann Vertretungsprofessorin für Medien und Theater an der LMU München (2010-2012), Vertretungsprofessorin für Theaterwissenschaften an der Freien Universität Berlin (2009) sowie Vertretungsprofessorin für Geschichte und Theorie der technischen Medien an der Universität Potsdam (2008).

Forschungsfelder

Interviews und Audiovisualität
Medientheorie des Films; Film als Medientheorie
Dokumentarische Formen
Intermedialität: Kino & Theater, Film & Fotografie, Fotografie & Theater, Comics

IKKM Forschungsprojekt

Schief gelaufen: audiovisuelle Interviews und die Produktivität von Hindernissen

In diesem Projekt geht es um Interviews und Dokumentarfilme: Interviewanfragen, die auf Ablehnung stoßen; Interviews, die nicht so laufen wie erwartet; konfliktreiche, schwierige als auch unberechenbare Interviews und die Dokumentationen, die auf deren Basis entstanden sind. Die einfache Prämisse des Projekts lautet, dass ein schwieriges und konfliktreiches Interview instruktiver sein kann als Interviews, die nach Plan verlaufen, denn planmäßig verlaufende Interviews gibt es viele.

Das Interview ist seit lange Zeit, sowohl im akademischen als auch im journalistischen Feld, eine viel diskutierte Praxis. Jedoch sind die meisten der Publikationen zu diesem Thema Lehrbücher, die optimale Vorgehensweisen vorschlagen und gute Ratschläge anbieten.

Auch wenn diese Bücher hervorheben, dass vieles schief gehen kann in der Vorbereitung eines Interviews oder in der Interviewsituation- und interaktion selbst, so folgen sie dennoch der Idee, dass Interviews untersucht werden sollen, um sie zu optimieren: bessere Vorbereitung, bessere Fragen, besserer Ablauf, mehr Informationen, weniger Schwierigkeiten; insgesamt soll das Interview es zu einem reibungslosen und ununterbrochenen Ergebnis führen, als ob es ganz von selbst verlaufen würde.

Demgegenüber geht dieses Projekt nicht von dem Konzept eines autopoietischen oder autodynamischen Interviews aus. Stattdessen werden Konflikte, die in der Vorbereitung, Inszenierung und Durchführung des Interviews auftreten, als Momente betrachtet, in denen sich das Interview als Form und als Regelwerk manifestiert. Offensichtlich sind die besten Materialien, um diese Momente zu untersuchen, audiovisuelle Aufnahmen von Interviewsituationen, entweder in der Form von Filmmaterial oder als Dokumentarfilm.

Ausgehend von Maximilian Schells Marlene (1984) bis hin zu Exzerpten von David Lettermans Late Show (1993-2015) untersucht das Projekt eine Reihe von Interviews, die unter schwierigen Bedingungen geführt wurden (wenn sie überhaupt geführt wurden), um mehr über die Parameter der Interviewdurchführung, die nicht-dialogischen Elemente der Interviewsituation, den Aufbau, die Protokolle, die Dramaturgie und andere Aspekte einer facettenreichen Medienform zu erfahren.

Jüngste Publikationen

„Die Attraktion des Apparativen“ (ed. wth Volker Wortmann; Berlin 2018; forthcoming)

„Backstage: Konstellationen von Theater und Kino“ (Berlin: Kadmos 2014)

„Die andere Szene: Theaterarbeit und Theaterproben im Dokumentarfilm“ (Berlin: Theater der Zeit 2014)

„Six Feet Under“ (Berlin, Zürich: diaphanes 2013)

„Opening Sequence, Standard Operation“. In: Brianne Cohen, Alexander Streitberger (eds.), The Photofilmic. Entangled Images in Contemporary Art and Visual Culture. Leuven University Press 2016

„Die Medialität des Hauses im Horrorfilm“. In: Heiko Christians, Georg Mein (eds.), In Da House. Das Haus und seine Vorstellung in den Künsten und Wissenschaften. München: Wilhelm Fink 2016.

„Der Reisende im Reich der Zeichen“. Deutschlandfunk, Sendung Essay und Diskurs, 08. Januar 2017. Skript unter: http://www.deutschlandfunk.de/japan-projektionen-1-3-der-reisende-im-reich-der-zeichen.1184.de.html?dram:article_id=37487

„Architektur / Raumgestaltung“. In: Malte Hagener, Volker Pantenburg (eds.), Handbuch Filmanalyse. Berlin: Springer VS 2017.

Review writer (cinema, comics, art shows) : Der Freitag, Texte zur Kunst, perlentaucher.de