Ana Ofak Ehem. Research Fellow

Ana Ofak
Februar 2011 - Dezember 2012

Vita

Ana Ofak ist Kultur- und Medienwissenschaftlerin. Sie promovierte im Bereich »Medienkultur« an der Bauhaus-Universität in Weimar (Dissertation zu »Welt-Bild-Medium. Von Techniken der wissenschaftlichen Visualisierung im 20. Jahrhundert«). Von 2003 bis 2007 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung »Bild-Schrift-Zahl« am Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik der Humboldt Universität zu Berlin. Sommer 2007 und 2008 Forschungsaufenthalte am Center for Advanced Studies in Stanford und am Collegium Budapest als Stipendiatin der Andrew-Mellon-Stiftung und der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Von 2008 bis 2010 war sie Stipendiatin des Graduiertenkollegs »Mediale Historiographien« an der Bauhaus-Universität Weimar. 2010 auch wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung »Kulturelle Quellen von Neuheit« am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Seit Februar 2011 ist sie Research Fellow in der Gruppe »Werkzeuge des Entwerfens« am IKKM.

Forschungsvorhaben am IKKM

»Agenten neuer Form. Bildpraktiken und experimentelles Entwerfen im Kontext von EXAT51«

Das Wirken der Gruppe EXAT51 (Eksperimentalni atelje, Zagreb, 1951) hat die zeitgenössische Kunst, Architektur, das Grafik- und Industriedesign Südosteuropas geprägt. Vergleichbar mit anderen europäischen Kunstbewegungen der Nachkriegszeit wie Movimento arte concreta in Mailand (1948) oder der Espace Gruppe in Paris (1951) erforschten ihre acht Mitglieder Möglichkeiten der geometrischen Abstraktion und einer Synthese der Künste. Ihren Bezug auf die historischen Avantgarden – wie das Bauhaus und den russischen Konstruktivismus – wollten sie nicht als späte Reproduktion verstanden wissen, sondern als visuelle und epistemische Wiedererforschung, in deren Mittelpunkt sie das Differenz erzeugende Experiment stellten.

Das Forschungsprojekt wendet sich einer Untersuchung der Interrelation von Bildpraktiken und dem experimentellen Entwerfen jener Gruppe zu. Bildpraktiken implizieren in ihrem Umfeld ein Spektrum aus geometrischen, plastischen, aber auch medientechnischen und semantischen Erfassungen von Form und Raum. Das Bild war dabei nicht schlicht ein Bild, sondern im Sinne der Synthese im erweiterten Gefüge eines Projekts vorzustellen. Aus diesem Grund sind kommunikative Strategien der Werkpräsentation in Texten, Ausstellungen, etc. ein wichtiger Anhaltspunkt der Analyse.

Der außerordentlichen Stellung nachgehend, welche die Gruppe dem Experiment zusprach, wird das Entwerfen als eine nicht restriktive und auf das gesamte Feld der Bildpraktiken erweiterbare Übungs- und Versuchstechnik überdacht. Als solche war es auf die Auffindung von neuen Formen ausgerichtet. Da das Experiment mit dem Begriff der »aktiven Kunst« eng zu führen ist, der innerhalb der Gruppe neu entwickelt wurde (Vjenceslav Richter, 1952; Ivan Picelj, 1962), hieß experimentell zu sein, nicht notwendigerweise innovativ, sondern betriebsam zu sein. Die »aktive Kunst« verschrieb sich dem Volatilen, Unangepassten und der Intervention. Für das Projekt stellt sich dadurch nicht ausschließlich die Frage nach materiellen Bedingungen einer Werkgenese, die auf Werkzeuge und Medien des Entwerfens zurückzuführen ist. Es prüft den Aspekt einer volatilen Medialität des Entwerfens, das heißt einer Medialität in Bewegung, die in stetiger Transformation begriffen ist und Möglichkeitsräume öffnen soll.

Publikationen (Auswahl)

Herausgeberschaften

Rekursionen. Von Faltungen des Wissens (Hg. zus. mit Philipp von Hilgers), München: Wilhelm Fink Verlag, 2010.
Medien vor den Medien (Hg. zus. mit Friedrich Kittler), München: Wilhelm Fink Verlag, 2007.

Artikel

Re. Ästhetik der wiederholten Wiederkehr, in: Lorenz Engell und Bernhard Siegert (Hg.), »Renaissancen«, Archiv für Mediengeschichte 10 (2010).
Störung. Eine Wiederentdeckungsreise. In: Markus Rautzenberg und Andreas Wolfsteiner (Hg.), Hide and Seek. Das Spiel von Transparenz und Opazität, München: Wilhelm Fink Verlag, 2010.
Weltbilder oder wie man wissen operativ historisiert, in: Ana Ofak und Philipp von Hilgers (Hg.), Rekursionen. Von Faltungen des Wissens, München: Wilhelm Fink Verlag, 2010.
Where voices and currents flow. Nikola Tesla und Telekommunikation, in: Wladimir Velminski (Hg.), Sendungen. Mediale Konturen zwischen Botschaft und Fernsicht, Bielefeld: Transcript Verlag, 2009.
Where voices and currents flow. Nikola Tesla and telecommunication, in: William Christian, Gábor Klaniczay (Hg.), The Vision Thing. Studying Divine Intervention, Budapest: Preprints des Collegium, 2009.
Holographischer Schein, in: Stefan Rieger und Jens Schröter (Hg.), Holographisches Wissen. Zürich, Berlin: diaphanes, 2009.
Rechnen mit Licht, in: Axel Volmar (Hg.), Zeitkritische Medien, Berlin: Kadmos Verlag, 2009.