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IKKM Lectures | Cranachstr. 47, Salon

04. Juli |  19:00   |  Jimena Canales (Boston, MA)

»Medien der Relativität: Einsteins Universum und Technologien der Telekommunikation«


Zeitgenössische Physiker und Philosophen haben Einsteins revolutionäre Relativitätstheorie oft als »Wissenschaft der Signale« mit Implikationen für die Kommunikationstechnologien verstanden. Zur Zeit seiner Ersterscheinung wurde Einsteins Werk vielfach als Studie über Signale beschrieben. So betitelte es der Philosoph und Mathematiker Alfred North Whitehead verächtlich auch als signal theory oder message theory. Für einige dieser Autoren war die beobachtete konstante Geschwindigkeit des Lichts – eine der zentralen Lehren der Theorie – nur ein technischer Effekt, der mit den gegenwärtigen Beschränkungen der Kommunikationstechnologien in Zusammenhang stand. Auch der Physiker Paul Langevin erklärte die Wichtigkeit von Einsteins Theorie mit Hilfe der Begriffe des Sendens und Empfangen von Signalen. Er beschrieb die überholte Mechanik gar als Wissenschaft, die sich auf die (nun von Einstein widerlegte) Annahme der »Möglichkeit des unverzögerten Signalisierens über lange Distanzen« stütze. Einsteins Universum, in dem der kürzeste Pfad zwischen zwei Punkten oft gebogen ist und das daher mit der Euklidischen Geometrie bricht, funktionierte dennoch gemäß der Regeln elektromagnetischer Signalübertragung. Mein Vortrag erforscht die Verbindung zwischen Einsteins Werk, einschließlich seiner metaphysischen und kosmologischen Implikationen, und den Telekommunikationstechnologien seiner Zeit.

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