Jussi Parikka Senior Fellow

Jussi Parikka
April-Juni 2019

Vita

Dr. Jussi Parikka ist Professor an der Winchester School of Art (Universität Southampton) und Gründungsmitglied der Forschungsabteilung Archaeologies of Media and Technology (AMT). Zu seinen Büchern gehören die Medienökologie-Trilogie, bestehend aus Digital Contagions (2007, 2. Auflage 2016), Insect Media (2010) und zuletzt A Geology of Media (2015), die sich mit den Umweltzusammenhängen der technischen Medienkultur befassen. Dieses Thema wurde in dem Heft “A Slow, Contemporary Violence: Damaged Environments of Technological Culture” (2016) fortgesetzt. Darüber hinaus hat Parikka Bücher wie What is Media Archaeology (2012) publiziert und verschiedene Bücher herausgegeben, zuletzt „Art and History“ (2015) (zusammen mit Joasia Krysa) über den finnischen Medienkunstpionier Erkki Kurenniemi. Er ist außerdem Mitherausgeber von Across and Beyond – A transmedial Reader on Post-digital Practices, Concepts, and Institutions (Sternberg Press, 2016, gemeinsam mit Ryan Bishop, Kristoffer Gansing und Elvia Wilk).

Forschungsfelder

Medientheorie und Medienarchäologie

Neuer Materialismus

Environmental humanities (Umwelt-Geisteswissenschaften)

Künstlerische Praxis und Medien

IKKM Forschungsprojekt

Umweltkünste und Umweltwissenschaften: Methoden für elementare Medien

Das Projekt befasst sich mit aktuellen Debatten der Umweltwissenschaften (environmental humanities) aus der Perspektive der Medientheorie und technischer Medienkunst. Die These des Projekts lautet, dass eine Reihe aktueller Kunstpraktiken, die sich im weitesten Sinne mit Umweltfragen befassen (häufig auch unter dem Oberbegriff „Anthropozän“) im Kontext der aktuellen technischen Medienkultur, ein wirksames Mittel zur Erweiterung des theoretischen und methodologischen Horizontes der Umweltwissenschaften darstellen. Die Umweltwissenschaften haben sich in den letzten Jahren zu einem aktiven Feld transdisziplinären Engagements im Anschluss an frühere Formationen und Beispiele individueller Forschung entwickelt. Dieses Projekt ist jedoch daran interessiert, die medientheoretischen Arten und Weisen der Auseinandersetzung mit Fragen der Umweltwissenschaften und insbesondere der Umweltkünste, wie sie in Bezug auf die technologische Kultur praktiziert werden, weiterzuentwickeln.

Mit anderen Worten, das Projekt bildet das Potenzial für die Entwicklung der Einsichten der zeitgenössischen Medientheorie und Kunstpraxis im Kontext von Umweltwissenschaften ab und zeigt, wie die bereits bestehenden Diskussionen von elementaren Medien (Peters 2015) endlichen Medien und Umweltressourcen (Cubitt 2017) und zum Beispiel der Umweltkunst (Randerson 2018) und von vielen anderen Beispielen Teil sind sowohl von der thematischen Bearbeitung von Medienkontexten von Umweltproblemen und des Klimawandels als auch dessen, was zur Entwicklung methodologischer Arbeit beitragen kann. In der Tat bieten die in der Medientheorie bereits vorhandenen Arbeiten eine Möglichkeit, Wissenstechniken (Erkenntnistheorie) mit Wahrnehmungs- und Empfindungsformen (Ästhetik) zu verknüpfen, um eine historisch reiche Verbindung herzustellen, mit der die aktuelle Debatte bereits begonnen hat.

Mein Projekt interessiert sich daher für künstlerische Projekte wie Geisteswissenschaften und experimentelle Methoden, die sich mit Fragen der Materialität, der Dimensionen und der Umweltveränderung befassen, wie sie in Bezug auf Formen der Medientechnologien von der Visualisierung bis zur Datenanalyse bestimmt werden. Die Aspekte der Umweltbeobachtung, -wahrnehmung und -verfolgung sind ein wesentlicher Bestandteil davon, wie die aktuellen Fragen nach Veränderung, Handlungsträgerschaft und Schuldhaftigkeit in Bezug auf die Umwelt verfolgt werden, und die bestehenden Arbeiten im Bereich Fernerkundung, Geoinformationen, Geopolitiken von Daten sowie Informationsinfrastrukturen bilden einen Kontext, in dem ein Teil der Arbeit durchgeführt wurde.

Ausgewählte Publikationen

Bücher:

(2016) Digital Contagions: A Media Archaeology of Computer Viruses, revised 2nd edition. New York: Peter Lang.

(2016) A Slow, Contemporary Violence: Damaged Environments of Technological Culture. Berlin: Sternberg Press. An essay length booklet published in the Contemporary Condition-series. 48 pp.

(2015) A Geology of Media. Minneapolis: University of Minnesota Press, Electronic Mediations-series. 206 pages.

Edited books and special issues:

(2016) Across and Beyond. Post-Digital: Practices, Concepts and Institutions, co-edited by Jussi Parikka, Kristoffer Gansing, Ryan Bishop, with Elvia Wilk. Berlin: Sternberg Press. 351 pages.

(2016) A special section on “Mediated Geologies” in Cultural Politics-journal (Duke University Press). November/December 2016.

(2015) Writing and Unwriting Media Art History: Erkki Kurenniemi in 2048, co-edited by Jussi Parikka and Joasia Krysa. Cambridge, MA: The MIT Press. 328 pages.

Artikel:

(2018) ”Handmade Films and Artist-run Labs: The Chemical Sites of Film’s Counterculture.” (co-authored with Rossella Catanese). NECSUS – The European Journal of Media Studies, Autumn 2019 issue. https://necsus-ejms.org

(2018) ”’Visuelle Halluzination von möglichen Ereignissen’ oder : Über Umweltbilder und Maschinelles Lernen” Archiv für Mediengeschichte, p. 151-163.

(2018) “Planetary Memories. After the Extinction, The Imagined Future” in After Extinction, edited by Richard Grusin. Minneapolis: University of Minnesota Press.

(2018) ”Middle-East and Other Futurisms: Imaginary Temporalities in Contemporary Art and Visual Culture.” Culture, Theory and Critique vol. 59: 1, 2018, 40-58.

(2017) ”The Sensed Smog: Smart Ubiquitous Cities and the Sensorial Body” Fibreculture-journal, Computing the City-special issue, http://twentynine.fibreculturejournal.org/fcj-219-the-sensed-smog-smart-ubiquitous-cities-and-the-sensorial-body/.

(2016) ”Deep Times of Planetary Trouble” Cultural Politics, November 2016 issue. Duke University Press, pp. 279-292.

(2016) “The Signal Haunted Cold War: The Persistence of the SIGINT Ontology” in Cold War Legacies: Systems, Theory, Aesthetics, eds. John Beck and Ryan Bishop. Edinburgh: University of Edinburgh Press, 2016, 167-187.