Stefano de Bosio Research Fellow

Stefano de Bosio
Oktober - Januar 2019

Cranachstraße 47, 1. OG, Raum 115
Tel.: +49 (0) 3643 58 – 40 11

Vita

Stefano de Bosio ist Mitarbeiter im Fachbereich Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin – FUBiS, wo er von 2015 bis 2017 bereits als Marie-Curie Postdoctoral Fellow forschte. Zuvor war er als Research Fellow am Centre allemand d’histoire de l’art in Paris und als Mitglied des EUPLOOS Projektes im Gabinetto dei Disegni e delle Stampe an den Uffizien in Florenz tätig. Im Herbst 2016 war er Gastwissenschaftler am Mahindra Humanities Center der Harvard University. Er erhielt seinen Doktor von der Universität Turin (Italien) mit einer Arbeit über die Künstlermobilität in den westlichen Alpen um 1500. Gemeinsam mit Theorien und Praktiken der Bildumkehrung stellen solche Dynamiken von Austausch und künstlerischer Geographie seine gegenwärtigen Forschungsschwerpunkte dar.

Forschungsfelder

Bildumkehrung
Theorie und Praxis der bildlichen Komposition
Spiegelbildlichkeit
Künstlerische Geographien
Kulturelle Begriffe von Raum und Ort

IKKM Forschungsprojekt

Muster der Orientierung. Zu einer Epistemologie der seitlichen Umkehrung in frühneuzeitlichen Reproduktionstechniken

Mein gegenwärtiges Buchprojekt mit dem Arbeitstitel „Muster der Orientierung. Zu einer Epistemologie der Bildumkehrung in der frühen Neuzeit“ untersucht die Konstellationen von Bedeutungen, die zu der seitlichen Umkehrung in der westlichen Kunsttheorie und -praxis in der frühen Neuzeit (15.-18. Jahrhundert) gehören. Es untersucht die polysemischen und fluktuierenden Beziehungen über lange Zeiträume hinweg – von der perfekten Äquivalenz hin zu einer radikalen Andersheit – die Künstler und Betrachter zwischen Bildern und ihren links-rechts vertauschten Gegenstücken etabliert haben. Das Ziel liegt darin zu zeigen, wie die Fragen der Umkehrung die Konzepte von Komposition und Imitation, Kopie und Reproduktion beeinflusst haben, um letztlich die Beziehung zwischen Kunstwerk, Künstler und Betrachter zu formen. Meine Forschung am IKKM konzentriert sich auf die frühe Neuzeit und eine zeitgenössische Bedeutung von Reproduktion, indem sie die medialen und kulturellen Implikationen der seitlichen Umkehrung als eine häufig genutzte Verfahrensweise in der westlichen Grafik in der frühen Neuzeit untersucht.

Ausgewählte Publikationen

“Butterfly Wings: Wölfflin, Kandinsky and the Role of Image Orientation in Pictorial Order”, in LaoZhu (ed.), Terms. Proceedings of the 34th Congress of Art History, International Congress Proceedings (Beijing, September 11-16, 2016), in press;

“Master and Judge: The Mirror as Dialogical Device in Italian Renaissance Art Theory”, in M. Zimmermann (ed.), Dialogical Imaginations: Debating Aisthesis as Social Perception, International Congress Proceedings (University of Eichstätt, April 6-10, 2016), Zurich, Diaphanes, 2018, p. 23-42;

“Formes de la dissemination. L’image inversée dans les Recueils gravés au XVIIIe siècle”, in A. Beyer, E. Jollet (eds.), Wiederholung/Répétition, International Congress Proceedings (Paris, Centre Allemand d’Histoire de l’Art, June 26-28, 2014), Berlin/Munich, Deutscher Kunstverlag, 2017, p. 67-79.

“Se rendre à Lyon. Les Etats de Savoie et la région lyonnaise entre XVe et XVIe siècles”, in F. Elsig (eds.), Peindre á Lyon au XVIe siècle, International Congress Proceedings (Université de Genève, October 21-23, 2012), Cinisello Balsamo, Silvana Editoriale, 2014, p. 25-41.

“Per Ambrogio Bellazzi da Vigevano", Nuovi Studi. Rivista di Arte Antica e Moderna, XVI, 2012, p. 33-60.