In Memoriam unseres „Fellow No. 1“
Prof. Dr. Wolfgang Beilenhoff

„Der Film, das ist das Leben von jenseits seines Endes aus gesehen“
(Pier Paolo Pasolini)

Das IKKM trauert tief um seinen
„Fellow No. 1“

Prof. Dr. Wolfgang Beilenhoff,

der am 24. Februar 2021 in Berlin an COVID-19 verstorben ist. Wolfgang Beilenhoff war 2008/09 der erste Fellow des IKKM. Von 2009 bis 2019 war er uns nicht nur als Beauftragter für das Alumni-Netzwerk des IKKM ein wichtiger und treuer Gefährte. Er hat zahlreiche Vorhaben des IKKM mitgetragen und einige mitgeprägt, so etwa die enge Kooperation mit der Karls-Universität in Prag. Er hat die Filmforschung am IKKM entscheidend mitgeprägt. Sein Rat, seine Anregungen und seine Vorschläge waren uns eine immer willkommene Hilfe. Auch in zwischenmenschlichen Angelegenheiten war er ein feiner, erfahrener und sicherer Begleiter. Er hat über zwölf Jahre an nahezu allen Veranstaltungen des IKKM in verschiedenen Funktionen teilgenommen, hat sämtliche Fellows des IKKM begrüßt und kennengelernt und war aus der internen Kommunikation nicht wegzudenken. Zahllose Kolloquiumsdiskussionen hat er mit Argumenten bereichert, die oft überraschend und inspirierend waren. Ein IKKM ohne ihn wäre weder wünschenswert noch überhaupt vorstellbar gewesen.

Überdies war Wolfgang Beilenhoff ein hervorragender Filmwissenschaftler von internationalem Rang und großem Ansehen. Er dachte und schrieb stets auf originelle Weise, ganz eigenständig und unabhängig von allen Schuljargons. Er war ein sensibler Beobachter, der sich auf Filme einließ und der den Film und die Menschen und die Dinge des Films liebte. Ganz besonders gilt das für den osteuropäischen Film, um dessen Erschließung und Erforschung und um dessen Theoriebildung er sich große Verdienste erworben hat. Auch seine Forschungen zum menschlichen Antlitz sind von Belang und von Bestand. Seine Expertise und seine Eleganz in der Sache und im Ausdruck werden der Filmwissenschaft auf immer fehlen.

Wolfgang Beilenhoff war stets leise, nachdrücklich, hintergründig und dabei klang-, wirkungs- und eindrucksvoll. Er war nicht nur klug, er war freundlich und ein wirklicher Freund. Er hatte viel Humor, war oft vergnügt und mochte die Feste im Saal und im Garten. Soweit wir das wissen, lag sein Paradies wohl im Georgien seiner Jugend. Möge er nun dorthin zurückgelangt sein.

Weimar, den 25.Februar 2021
Lorenz Engell, Bernhard Siegert