Zeitschrift für Medien- und Kulturforschung

erscheint halbjährlich im Felix Meiner Verlag, Hamburg 



 Heft 2/13: »ANT und die Medien«

 Heft 1/13: »Medienanthropologie«

 Heft 2/12: »Kollektiv«



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Herausgegeben von Lorenz Engell und Bernhard Siegert

Redaktion
Michael Cuntz, Harun Maye, Antonia von Schöning

Redaktionsassistenz
Julia Tarsten
Martin Siegler

Wissenschaftlicher Beirat
Raymond Bellour, Hans Belting, Hartmut Böhme, Régis Debray, Georges Didi-Huberman, Hans Ulrich Gumbrecht, Christoph Menke, Mario Perniola, Renate Schlesier, Samuel Weber, Sigrid Weigel

Nr. 2/13: Schwerpunkt »ANT und die Medien«

Die zunehmende und sich zunehmend ausfächernde Rezeption der Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) in der deutschsprachigen Medientheorie ist als eine der interessantesten Konjunkturen der kulturwissenschaftlichen Medienforschung in den letzten Jahren bezeichnet worden. Zweifellos hängt diese Faszination mit dem Umstand zusammen, dass der Ansatz der ANT der deutschsprachigen Medienforschung einen Ausweg verspricht aus einer Situation, die lange geprägt war vom Gegensatz zwischen Soziologie und Technikmaterialismus oder, mit anderen Worten, vom aufreibenden Kampf um die letztbegründende Instanz des Sozialen oder des Technischen. Da, anders als zum Beispiel in Frankreich und England, hierzulande die Geisteswissenschaften, insbesondere die Literaturwissenschaft, eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Medienwissenschaft gespielt haben, konnte dieser noch heute Disziplinen und Forscher voneinander trennende Dissens auch die Gestalt eines Streits um die letztbegründende Instanz des Sinns oder des Nichtsinns, des Hermeneutischen oder des Nichthermeneutischen annehmen. Dabei ist die Frage, ob technische Objekte vollständig sozial konstruiert sind oder das Soziale eine Fiktion ist, die von Techniken produziert wird; oder ob dieser Gegensatz selbst nur ein konstruierter ist, durchaus eine Frage, die auch die ANT im Laufe ihrer ebenfalls durch Querelen gekennzeichneten Geschichte beschäftigt hat. Während die ANT der deutschsprachigen Medienwissenschaft also einerseits ein Versprechen zu machen scheint, so droht sie der kulturwissenschaftlichen Medienforschung andererseits mit dem Verlust ihres ›Markenzeichens‹: der emphatisch betonten empirisch-transzendentalen Sonderrolle der Medien. Daher sieht sich die medienwissenschaftliche Forschung, zumindest soweit sie einen humanwissenschaftlichen Hintergrund hat, der ANT gegenüber zu einer »Gretchenfrage« herausgefordert: Wie hältst du es mit den Medien?

 

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Editorial der Herausgeber

Bruno Latour: ›Den Kühen ihre Farbe zurückgeben. Von der ANT und der Soziologie der Übersetzung zum Projekt der Existenzweisen. Bruno Latour im Interview mit Michael Cuntz und Lorenz Engell‹

Debatte: Strukturwandel der Öffentlichkeit 2.0

über die Zeitschrift

Die Zeitschrift für Medien- und Kulturforschung (ZMK) zielt auf die fächerübergreifende Diskussion einer Theorie der Kulturtechniken sowie medienphilosophischer Problemstellungen. Dabei geht sie davon aus, dass sich die Evolution medienkultureller Zusammenhänge nur adäquat erfassen lässt, wenn der Rolle von Artefakten, Apparaturen und Dispositiven bei Kulturleistungen und deren Reflexion Rechnung getragen wird. Der Schwerpunkt der Fachbeiträge liegt daher auf der Analyse der Wechselbeziehungen von Handlungen, Erkenntnissen und Werken in Ensembles aus menschlichen und nichtmenschlichen Agenten. Damit bietet die Zeitschrift auch der inzwischen als Fachdisziplin etablierten kulturwissenschaftlichen Medienforschung ein internationales Forum.

Initiative Einsendungen sind jederzeit willkommen. Senden Sie Ihr Exposé oder Manuskript dazu bitte an:

redaktion-zmk (at) uni-weimar.de

Alle Einsendungen werden von der Redaktion gemeinsam diskutiert und für eine Veröffentlichung in Betracht gezogen. Wir bemühen uns, Sie möglichst bald nach der Einreichung über die Publikationsentscheidung der Redaktion zu benachrichtigen.


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